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7. Platz beim Thorpe-Cup mit 7666 Punkten

   

Das Ziel war klar, dieses Jahr wollen und können wir die US-Boys endlich besiegen. Mit der besten deutschen Mannschaft der letzten Jahre hatten wir bereits am Mittwoch die Reise über den großen Teich angetreten. Bei Temperaturen über 40 Grad im Schatten war auch wie bereits vor 2 Jahren mit einer Hitzeschlacht zu rechnen.
 
Gleich in der ersten Disziplin folgte der erste Rückschlag für unser Team, da Steffen Fricke nach zwei Fehlstarts disqualifiziert wurde. Erst im fünften Anlauf glückte dann der Start, ich konnte die guten Bedingungen nutzen und lief mit 10,96sec zum ersten Mal in meiner Karriere unter 11,00sec. Ein perfekter Auftakt. Auch im Weitsprung steigerte ich mich gegenüber dem Wettkampf in Ratingen um 20cm auf 7,28m. Im Kugelstoßen konnte ich mit 15,51m zwar eine gute Weite aufbieten, nach dem Einstoßen waren Weiten über 16m jedoch durchaus im Bereich des Möglichen. Trotzdem hatte ich nach drei Disziplinen die Gesamtführung übernommen.
Nun ging es zum Hochsprung, die Hitze war sehr ermüdend und zehrte an den Kräften, in den Pausen galt es, sich mit Eis-Handtüchern abzukühlen und dem Körper genug Flüssigkeit zuzuführen. Die Höhen bis 1,91m waren kein Problem, beim zweiten Versuch über 1,94m knickte ich im Absprung um, somit war der dritte Versuch auch vergebens. Nachdem unser Physio Heiko den Fuß wieder gerichtet hatte, ging es auf die abschließende Stadionrunde. Ich fühlte mich gut und fand den Lauf auch sehr rund, war somit etwas ratlos, warum am Ende nur 51,58sec heraus kamen.
Nach dem ersten Tag lag ich mit 4038 Punkten auf dem sechsten Rang, hatte etwa 70 Punkte mehr als in Ratingen gesammelt, lag also auf einem guten Weg Richtung 8000-Punkte-Marke.

Der zweite Tag begann in der prallen Mittagssonne mit einem guten Lauf über die Hürden, 14,80sec waren nach einem verhaltenen Start sehr gut. Das Diskuswerfen verlief alles andere als rund. Erster Versuch ungültig, im zweiten Versuch „nur“ knapp 44m, dritter Versuch ungültig. So schnell kann es gehen, einfache Punkte im Ring liegen zu lassen.
Es folgte der Stabhochsprung, Das Einspringen gestaltete sich als sehr schwierig, da der Wind sehr heftig blies und wir uns erst mit den fremden Stäben vertraut machen mussten. Die Höhe von 4,85m übersprang ich sehr deutlich, allerdings blieb es auch dabei. Alle drei Versuche über 4,95m waren deutlich drüber, jedoch berührte ich die Latte immer leicht, entweder mit der Hüfte oder dem Fuß, da es sehr schwierig war, auf Grund des starken Windes, den richtigen Abstand zur Latte zu finden.
Nachdem ich in nun in zwei Disziplinen gegenüber dem Wettkampf in Ratingen einige Punkte eingebüßt hatte, war ich nach guten den guten Trainingseinheiten der vergangenen Wochen optimistisch, die 58m von Ratingen im Speerwurf deutlich zu überbieten. Leider machte mir mein Körper einen Strich durch die Rechung. Beim Einwerfen verkrampfte sich mein linker Beuger derart, dass mein Einwerfen darin bestand, dass Physio Heiko alles gab, den Beuger mit Eis zu kühlen und die Verkrampfung zu lockern. Da an einen richtigen Anlauf nicht zu denken war, warf ich aus 5 Schritten und beförderte den Speer damit noch auf über 57m.
Die Zeit bis zum 1500m-Start nutzen wir nochmals, den Beuger best möglichst zu lockern, mir war jedoch klar, dass ein gute Zeit nicht mehr möglich sein wird. So wollte ich eine Zeit um die 4:50min laufen, wonach es auch bis eine Runde vor Schluss aussah, dann nahm das Schicksal allerdings seinen Lauf. Ich musste in der letzten Runde auf Grund von Krämpfen gleich zweimal stehen bleiben, rettete mich schließlich mit einer Zeit von 5:25min über die Ziellinie.

Am Ende erreichte ich eine Punktzahl von 7666 und einen 7. Platz in der Einzelwertung. Gegen die starke US-Mannschaft mit drei Leuten über 8100 Punkten zu bestehen, wäre trotz des Einzelsieges von Norman Müller ohne die beiden Ausfälle von Steffen Fricke und Kapitän Dennis Leyckes sehr schwer geworden.

Nach diesem anstrengenden Trip nach Manhattan heißt es nun sich schnell zu regenerieren und dann gezielt sich auf den letzten Zehnkampf des Jahres im Rahmen der Dt. Mehrkampfmeisterschaften in Hannover vorzubereiten. Ich weiß, dass ich in einer guten Form bin, um zu diesem späten Zeitpunkt noch einen guten Zehnkampf zu absolvieren.


Lars
 

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