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Das Jahr neigt sich dem Ende.....

   

, daher ist es an der Zeit, die zurückliegende Saison kurz Révue passieren zu lassen und den Blick auf das kommende Jahr zu richten.

 

2010, ein Jahr, das ich aus sportlicher Sicht mit Abstand als das Schwerste meiner Karriere bezeichnen würde. Nachdem ich im Januar nach überstandener Schambeinentzüdung das Training wieder aufnehmen konnte, lief die Saisonvorbereitung nach Plan, ich fühlte mich fit und gesund, bis Anfang Mai, als von heute auf morgen mein Körper nur noch Leistungen von 80 % zuließ. Gründe hierfür zu finden, ist immer schwer. Sicherlich war die Fertigstellung meiner Examensarbeit in diesem Zeitraum nicht die beste „Nebenbeschäftigung“, vielleicht hätte ich an mancher Stelle ein wenig auf die Bremse treten sollen; aber so motiviert man eben ist, um seine Ziele zu erreichen, versucht man, immer und überall 100 Prozent zu geben. Dass dies auch in die andere Richtung schlagen kann, wurde mir deutlich vor Augen geführt. So brach ich den ersten Zehnkampf in Desenzano frühzeitig ab, mit der Hoffnung, eine Woche später erholter und frischer bei den hiesigen Kreismehrkampfmeisterschaften einen guten Zehnkampf hinzulegen. Aber mein Körper ließ nur eine Leistung von 7463 Punkten zu, wobei Temperaturen von 11 Grad die Situation nicht einfacher machten.

  

An dieser Stelle wäre es vielleicht ratsam gewesen, eine längere Pause einzulegen und das Augenmerk auf die zweite Saisonhälfte zu legen, aber ich wollte es mir beweisen und in Ratingen antreten, was sich bereits in der ersten Disziplin rächen sollte. Muskelfaserriss im 100m-Sprint. Mein erster Faserriss in der doch schon langen Zehnkampfkarriere. Da ich meinen Körper kenne, wusste ich direkt, dass mich diese Verletzung länger aus dem Rennen werfen würde. Auch die Untersuchungen beim Arzt bestätigten meinen Verdacht, weshalb ich recht schnell und schweren Herzens den Entschluss fasste, die Saison 2010 sofort zu beenden, um keine weiteren Folgeverletzungen zu riskieren und im September gesund in die Vorbereitung für 2011 zu starten.

 

Was habe ich aus dieser Situation gelernt? Der Körper ist keine Maschine. Sicherlich muss man an seine Grenzen gehen, um zu neuen Höhen vorzudringen, allerdings muss man auch mal den Mut haben zu sagen, „es reicht für heute, tritt auf die Bremse und gönne dir und deinem Körper eine Pause“.

 

Sicherlich habe ich mich in dieser Zeit öfters gefragt, ob ich weiterhin so viel Zeit in den so geliebten Zehnkampfsport investieren will und kann. Mir wurde jedoch schnell klar, dass ich nicht aufhören kann und will, bevor ich zumindest mein Ziel von 8000 Punkten erreicht habe. Dass dies nicht einfacher wird, ist mir klar, jedoch bin ich der festen Überzeugung, dass mein Körper und mein Wille dazu in der Lage sind und weiterhin sein werden.

  

Daher werde ich kommenden Jahr meine volle Konzentration auf den Sport setzen, meine geplanten Examensprüfungen im Sommer verschiebe ich um ein halbes Jahr, um in den trainingsfreien Zeiten meinem Körper und mir genug Raum für Regeneration und Erholung geben zu können.

 

Das Jahr neigt sich nun bereits dem Ende, Weihnachten steht vor der Tür, daher ein kurzer Ausblick, was in den kommenden Monaten auf dem Terminplan steht. Ich werde eine kurze Hallensaison bestreiten, mit Einzelstarts bei zwei Wettkämpfen in meiner Heimhalle in Saarbrücken und als Abschluss einen Siebenkampf im Rahmen der dt. Mehrkampfmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach. Die Wettkämpfe sollen in erster Linie dazu dienen, den bisherigen Trainingsfortschritt in den technischen Disziplinen zu überprüfen und den Körper wieder an die spezifischen Reize der Wettkampfbelastungen heranzuführen.

 

Nebenbei werde ich Mitte Januar noch mein Pädagogikum, die mündliche Prüfung in Erziehungswissenschaft, ablegen, bevor am 12.02.2011 in Bad Oyenhausen das Teamfest der Zehnkämpfer auf dem Programm steht. Im März wird es meinen Trainer und mich wie bereits 2004 und 2008 nach Südafrika ziehen, wo wir in Stellenbosch für etwas mehr als drei Wochen „unsere Zelte aufschlagen“ werden. Wann ich in die Sommersaison einsteigen werde und bei welchen Zehnkämpfen ich an den Start gehen werde, wird wohl erst im Laufe des Aprils entschieden.

 

Von daher wünsche ich euch allen an dieser Stelle ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Familien, verbunden mit den besten Wünschen für einen guten Start ins neue Jahr 2011.

 
 

Euer

 

 

Lars

 

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